Daniel R. Quiroga-Villamarín, Postdoktorand am Institut, erhält für „Architects of the Better World’: Democracy, Law, and the Construction of International Order (1919-1998)” den Max Planck/American Society for Legal History (ASLH) Dissertation Prize for European Legal History in Global Perspective aus 2025. Die Arbeit entstand am Geneva Graduate Institute. Das Preiskomitee schreibt als Begründung:
Daniel R. Quiroga-Villamaríns herausragende Dissertation „‚Architects of the Better World’: Democracy, Law, and the Construction of International Order (1919–1998)” ist ein wegweisender Beitrag sowohl zur Geschichte des Völkerrechts als auch zur globalen Rechtsgeschichte. Indem er das nachzeichnet, was er als „internationalen parlamentarischen Komplex” bezeichnet, während sich das Völkerrecht im kurzen 20. Jahrhundert (1919–1998) zu Institutionen entwickelte, rekonstruiert Quiroga-Villamarín die Entstehung internationaler Parlamente vom Genf der Zwischenkriegszeit bis zum Ende des Kalten Krieges. Mit Blick auf architektonische und materielle Vorlagen, die ihren Ursprung in Europa haben und später auf andere Kontinente übertragen wurden, verortet die Dissertation Geschichte im Raum und historisiert den Raum, wobei sie den Blickwinkel von figurativen „Architekturen” auf greifbare gebaute Umgebungen verlagert. Der konzeptionelle Rahmen erweist sich als besonders innovativ, da er hervorhebt, wie Architektur gleichzeitig die Bestrebungen nach einer globalen Ordnung widerspiegelte und ermöglichte. Auf der Grundlage umfangreicher Archivforschungen in Europa, Afrika und Amerika verortet er seine Argumentation in einem rigorosen methodologischen Apparat und präsentiert seine Ergebnisse in eleganter und überzeugender Prosa.
