Helen Silving-Ryu (1906–1993) zählt zu den Pionierinnen der Rechtswissenschaft. Als eine der wenigen Studentinnen an der Universität Wien und jüngste Frau im Wiener „Kelsen-Kreis“ in der Zwischenkriegszeit, als Rechtswissenschaftlerin in Harvard und eine der ersten Strafrechtsprofessorinnen der USA beschritt sie mehrfach Neuland. Dennoch geriet sie nach ihrem Tod in Vergessenheit. Erst die jüngere Forschung hat sie „wiederentdeckt“ – meist jedoch in ihrer Rolle als Schülerin Hans Kelsens.
Der vorliegende Sammelband der traditionsreichen Kelsen-Schriftenreihe rückt Helen Silving als eigenständige Rechtsphilosophin in den Mittelpunkt. Die Beiträge beleuchten ihren wissenschaftlichen und persönlichen Werdegang, die geistigen Einflüsse im Wien der Zwischenkriegszeit sowie die Lebens- und Karrierewege weiterer aus Wien emigrierter, bedeutender Wissenschaftlerinnen.
