Konzeptionen von Menschenrechten der antikolonialen ‚schwarzen‘ Bewegungen im Paris der Zwischenkriegszeit

  • Abgeschlossene Dissertation von Sebastian Frik, Univ.-Ass. praedoc von Nov. 2020 bis Okt. 2025
  • Das französische Kolonialreich war geprägt von einem tiefen Paradoxon: Während die Deklaration von 1789 die universelle Freiheit pries, war die Rechtspraxis in den Kolonien von systematischer Ungleichheit geprägt. In der Geschichtsschreibung tauchen Akteur*innen des Globalen Südens dabei oft nur als passive Empfängerinnen westlicher Ideale auf. 
    Die Dissertation bricht mit diesem Narrativ und zeigt in einer mikrohistorischen Studie, dass „schwarze“ Akteur*innen im Paris der Zwischenkriegszeit die Sprache der Menschenrechte als Werkzeug nutzten, um politische Forderungen nach Freiheit mit rechtlichen Argumenten zu untermauern. Ihr neues, hybridisiertes Verständnis globaler Menschenrechte erschütterte europäische Rechtsverständnisse. 
    Das Subjekt der Menschenrechte sollte nicht mehr als „weißer-europäischer“ Mann verstanden werden. Vielmehr wurde es von Kolonisierten gegen die koloniale Unterdrückung in Stellung gebracht.